Start » Gedanken » Zustand: Schwanger


2002 wurde ich-Sandra schwanger- wir hatten zu diesem Zeitpunkt 8 Katzen


Wie erkläre ich es meinem Kater -
oder Zustand schwanger aus Sicht eines Katers


Hallo... ich bin Xantor und möchte euch was von meinem Zuhause berichten.


Alles fing an mit dem Satz: „Ich bin schwanger"... nun ja das Wort „schwanger" habe ich schon mal gehört damals wurden meine beiden Damen immer dicker und besonders verwöhnt von Herrchen und Frauchen und dann haben sie 9 (neun) Katzenbabies geboren. Das war jedoch schon eine Weile her, außerdem hatte ich  nach einem kleinen medizinischen Eingriff keine Lust mehr, jemanden zu „schwängern". Ich lebe mit meinen 2 Söhnen, die das gleiche Schicksal hatten wie ich, also ich meine den kleinen medizinischen Eingriff, meiner Tochter sowie den  Mama-Katzen und 2 Perser-Tanten in einem Haus. Meine Söhne konnten nicht schuld sein an den Zustand „schwanger". Mhhnnn... ich wurde misstrauisch und hörte daher besonders zu, was meine Menschen alles so erzählten. Zuerst änderte sich nix. Alles blieb unverändert. Meine Menschen sprachen jetzt oft von einem Wurm der hier wohnen sollte... HILFE, ein WURM... ich bin zwar groß und kräftig, aber Würmer sind mir suspekt, und wie kann so was überhaupt passieren? Draußen leben Würmer, und schon lange war die Tür nach Draußen hin verschlossen, mit der vollkommenden blöden Ausrede „es sei zu kalt". Bähh ..Also hier muss irgendwo der Wurm drin sein? Nach gründlicher Inspektion habe ich nix gefunden, auch meine Söhne, die sich selbstverständlich an der Suche beteiligten, haben nichts gefunden. Abwarten und Essen futtern. Meine Menschen erzählten sich, dass andere Menschen der Meinung waren, dass die Katzen, also wir, ja jetzt weg müssen, weil der Zustand schwanger eingetreten ist. Langsam aber sicher bekam ich Angst, denn den angeblich vorhandene Wurm fanden wir nicht, und jetzt sollen wir weg???  Meine Menschen schüttelten den Kopf „so ein Blödsinn" - wir müssen nur aufpassen, und dürfen den Wurm nicht von den Katzen ausschließen" Bravo!!!! Gerettet fühlte ich mich mit meiner Familie, aber gesagt hieße noch nicht getan, denn den Wurm hatte bisher keiner entdeckt. Also werden wir doch ausgeschlossen oder??  Ich tröstete mich damit, dass zum Glück nur von einem Wurm die rede war.
Hoffentlich überleben wir das!!!
Nach einiger Zeit bemerkte ich, dass wir alle nicht mehr auf Frauchens Bauch liegen durften, auch treteln war nicht erlaubt. Außerdem machte jetzt Herrchen das Katzenklo und Frauchen wusch sich öfter die Hände. Toxoplasmose negativ hieße die Begründung... keine Ahnung, was das heißt, aber Küsschen durften wir Frauchen noch geben. Der Bauch von Frauchen wurde immer größer nur noch meine Tochter durfte auf ihren Bauch. „Sie ist ja so leicht, die spür ich nicht," sagte Frauchen immer wieder. Außerdem wurden die beiden etwas wahnsinnig, die beiden Menschen!  Warum??


Nun als sie so auf dem Sofa lagen, meinte Frauchen auf einmal: „Hier ein Fuß", schau mal, er hat Schluckauf", „ich glaube er schläft" und  „er boxt, siehst Du das?" Von wem haben sie denn geredet??? Ich habe niemanden außer die beiden gesehen, und sie sprachen eindeutig von einem anderen Menschen!!
Schwanger im Zusammenhang mit Katzenbabies glaubte ich nicht, denn das alles hat wirklich sehr, sehr lange gedauert, also von „es ist zu kalt" bis „boah, ist das heiß" So lange ungefähr!!  Ich war froh, dass die beiden trotz ihrer wohl beginnenden Wahnsinnigkeit trotzdem in der Lage waren, Dosen zu öffnen und uns zu streicheln. Als  wir nach einer halben Ewigkeit wieder auf unsere Terrasse durften, überschlugen sich die Veränderungen. Frauchen war auf einmal den ganzen Tag zu Hause!!! Damals haben sie beide in der früh, wo jede normale Katze schläft, uns verlassen mit dem Satz „ wir gehen und verdienen euer Futter", jetzt geht nur einer früh raus, sollte das etwa bedeuten wir bekommen jetzt weniger zu essen???
Nach einiger Zeit stellte ich glücklicherweise fest, dass es nicht so war. Unser Futter war nach wie vor reichlich !!!
Und obwohl unser Frauchen immer einen dickeren Bauch bekam, kauften die beiden Klamotten, die viel zu klein waren für eine von denen. Sie waren wohl doch WAHNSINNIG!
Wer sollte denn die Sachen anziehen?? Außerdem kauften  die beiden ein Bett und eine Wiege, die jedoch nicht für uns bestimmt waren. Unsere Menschen zogen manchmal meinen Kindern diese  Klamotten an, die viel zu klein waren. Auch andere Katzen aus meinem Rudel mussten daran glauben, nur mich haben Sie verschont und meinten ich passe nicht in diese Klamotten rein. Puhhh ... Glück gehabt, obwohl es gar nicht so schlimm aussah, aber ich wusste das sich meine kräftige Figur einmal bezahlt machen würde.


Vielleicht war ich ja auch schwanger?? Wie Frauchen?? Nur dass ich nicht wahnsinnig wurde!!


Frauchen betrachtete sich vorm Spiegel  und fragte, ob sie dick sei, unser Herrchen antwortete: „Nein, Du bist schwanger!". Toll!! Wie konnte er sie so anlügen!! Sie wurde immer dicker um den Bauch, dass wir uns schon gar nicht drauf trauten aus Angst, gleich platze Frauchen. Wir beschlossen sie tatenkräftig zu unterstützen. Wenn unser Frauchen was aß, haben wir energischer als sonst sie aufgefordert, uns was abzugeben. „Nein, Ihr sollt doch nicht betteln," sagte Sie. Betteln!! Wir betteln doch nicht!!! Wir wollten doch nur helfen, dass sie nicht noch mehr zunahm. Und FDH kennt doch selbst die noble Katzenszene.
Mittlerweile fanden wir den Zustand „Schwanger" ganz praktisch, unser Frauchen war einfach nur wahnsinnig geworden! Wir haben kein Wurm gesehen, sie wurde immer dicker, und dieser nicht vorhandene Wurm und das dicker sein hat dazu geführt, dass Frauchen den ganzen Tag zu Hause blieb. Sie unterhielt sich mit einem unsichtbaren Menschen und wartete auch noch auf diesen ungeduldig.


Als die wollige Sonne auf mein Fell schien, schaute mich mein Frauchen fragend an: „Ich hoffe, Du magst unser Baby und knurrst es nicht an!". Baby?? Nun ja, ich knurre die kleinen Menschen an, wenn Sie schreien oder sich zu heftig bewegen. Das passiert öfter wenn die Terrassen-Zeit (Sommer) angebrochen ist. Ich knurre wie ein Hund, aber wenn diese kleinen Menschen da sind, also so plötzlich da sind, habe ich Angst und verschwinde schnell, damit niemand sieht, dass ich ja eigentlich große Angst habe.
„Wieso soll ich knurren, wir haben doch kein Baby?" schnurre ich ihr entgegen und dann höre ich meinen Lieblingssatz: „Nicht Xantor, nicht auf meinem Bauch , du tust sonst dem Baby weh"  Welchem Baby?? Ich sehe keins, aber das konnte ich Frauchen nicht verklickern, sonst dreht sie womöglich noch mehr durch.


Die Tage vergingen und es wurde immer heißer, Frauchen und Herrchen wurden ungeduldig... „Wann kommst du denn?" fragten sie nacheinander, also ich war doch schon da: „MIAUUUUU!" Sie gucken mich beide verwundert an: „Dich meinen wir nicht!" Aha, wahrscheinlich reden die wieder mit ihrem eingebildeten WURM!!!


Hatte ich schon erwähnt, das es mittlerweile Sommer ist ? Wir, meine Söhne und ich, haben in diesem Sommer einen Wurm gesehen, und nach dem wir ängstlich aber doch beständig darauf aufgepasst haben, dass dieser Wurm nicht ins unser Haus kam, hatten wir unsere Diagnose „Wahnsinn" bestätigt bekommen. So ein ekelhaftes seltsames Tier war weder im Haus noch bei Frauchen zu sehen!


Eines Tages machte Frauchen komische Geräusche.. diese Geräusche hatten wir noch nie gehört. Wir alle eilten zu Ihr. Alle!! Wir 8 (acht) schauten sie an, wie konnten wir ihr helfen? Wir schmusten mit ihr, bzw. haben es versucht. „Ihr könnt mir nicht helfen," lachte Sie. Da war sie an der Treppe, hielt sich an den streben fest und atmete komisch. Herrchen stützte sie, holte eine Tasche und fuhr mit Frauchen weg. Was ist passiert? Sie blieben einen ganzen Tag weg. Herrchen kam dann alleine nach Hause. Wo ist Frauchen? Ist sie so wahnsinnig geworden, dass er sie für immer irgendwo weggebracht hatte? Er schaute nicht traurig aus, im Gegenteil er wirkte erleichtert, fröhlich - aber doch müde. Er machte uns was zu essen und ging zu Bett.


Am nächsten Tag ging er früh raus und dann brachte er Frauchen mit! JUHHUU wir haben uns alle tierisch gefreut, aber was war das. Da haben die beiden noch was mitgebracht. „Hallo, das ist unser neues Familienmitglied," sprachen sie ziemlich stolz heraus.
Also erst mal vorsichtig angehen. Dieses neue Familienmitglied sah nicht nach einer Katze aus, es sah aus wie ein klitzekleiner Mensch. So etwas hatte bisher noch niemand von uns gesehen. Ja, ein Mensch der ganz, ganz klein war, er roch anders und er konnte nicht laufen auch sprach er eine andere Sprache.


Anatol, mein Sohn putze gleich seinen Kopf, toll was zu essen, dachte ich, aber er war nicht zum essen. Anatol meinte zu mir, dass er das neue Familienmitglied ganz toll findet, na ja, wenigstens ist es kein Wurm - dachte ich.


Dann kam eine Frau jeden Tag zu Besuch, mein Sohn Apollo freute sich sehr und begrüßte sie jedensmal, sprang sie an, um sie zu umarmen und zu putzen. Aber sie verstand seine Geste nicht, und hatte etwas Angst vor ihm. Diese Aufmerksamkeit, „Angst" bekräftigte doch Apollo, sie immer wieder anspringen zu wollen. Irgendwann kam diese Frau nicht mehr, und Apollo war ein wenig traurig, wo er doch diese Dame so lieb gewonnen hatte.
Das neue Familienmitglied bekam auch einen Namen, schließlich haben wir ja alle einen Namen - er heißt Joshie. Die Frau, die am Anfang kam, hieß übrigens Hebamme. Unser neues Familienmitglied hatte anfänglich oft geschrieen- anders als die kleinen Menschen. Meine Menschen meinten, dass neue Familienmitglieder immer soviel Krach machen, schließlich sind sie ja ganz neu und müssen sich erst an Ihre Umgebung gewöhnen. Außerdem waren Sie sehr stolz, dass ich Ihn nicht anknurrte, warum auch? Joshie gehörte doch jetzt zur Familie.
Anatol - oder auch Trolli genannt - liebt Joshie... er ist der einzige, der seinen Kopf putzt, Fiona (meine Frau) liebt es, mit Ihm auf einer Spieldecke zu liegen sie schmiert an ihn. Wir haben da noch Moni, die zu ihm kommt, wenn er weint. Sie ist ein Muttertier, und Farina - unsere Zicke und meine 2. Frau - kümmert sich wenig um seine Anwesenheit. Übrig bleiben Blacky und Apollo, die mögen ihn auch, aber sie verstehen leider nicht, dass er ein noch kein richtiger Mensch ist, das soll heißen, dass sie sich gerne auf ihn hinlegen möchten und an ihm den Milchtritt ausüben wollen, aber das geht jedoch nicht, weil er noch so klitzeklein ist.
Und nicht zu vergessen ist unser Blondi, Leilah... unsere weiße Perser, sie hatte Angst vor ihm und floh am Anfang, aber jetzt hat sie keine Angst mehr, oder vielleicht hat sie nur vergessen, dass sie Angst hatte.


Ich kann dieses Wesen auch leiden, seitdem er da ist, liegen noch mehr weiche Decken auf dem Boden herum, ab und zu gibt es Milch, die Joshie nicht mehr will. Und wenn es keiner merkt, kuschle ich an seinen Kopf, er riecht so schön nach Milch und Frauchen.


Im Nachhinein verstehe ich, warum Sie ihn mitgenommen haben, MITLEID!! Dieser klitzekleine Mensch kann bis heute nicht laufen und auch nicht alleine essen, er ist nicht stubenrein, und macht ziemlich viel Lärm. Außerdem glaube ich, dass sie den Joshie nackt gefunden haben, denn sie zogen ihm diese Klamotten an, und sie passten erstaunlicher Weise sehr gut. Manchmal brabbelt er ganz lieb und freut sich, wenn er eine von uns sieht. Ich weiß zwar nicht, woher er kam, aber da, wo er war, kannte er keine Katzen.
Am Anfang schauten wir ihn ziemlich vorsichtig an... mittlerweile - wir haben wieder die „es ist draußen zu kalt"-Zeit - ist es ganz normal mit ihm. Frauchen ist weiterhin den ganzen Tag für uns da, sie kauft viele Spielsachen für uns, vieles ist aber ungeeignet, daher darf Joshie damit Spielen. Ab und zu kontrolliere ich die Spielsachen, aber sie sind eindeutig nix für uns. Frauchen hat übrigens ihren Wahnsinn verloren und ihr Bauch ist auch weg, das war alles ganz plötzlich ohne irgendwelche Anzeichen. Vielleicht hat sie ja ihren Wahnsinn verloren, als sie den Joshie fand?


Auch schwanger ist sie nicht mehr... auf jeden Fall reden Sie nicht mehr darüber. Sie sagen nur, dass es komisch ist, da ich immer noch knurre, wenn kleine Menschen Krach machen, warum sollte ich auch nicht knurren, ich muss doch meine Familie warnen. Und dieser Joshie ist ja ein klitzekleiner Mensch, das ist doch ein riesengroßer Unterschied, oder? Und schließlich hat sich doch nix geändert, bis auf die Tatsache, dass wir ein neues Familienmitglied bekommen haben...




geschrieben von Xantor mit Hilfe von Frauchen im Jahre 2003