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Die Tabby-Zeichnung:


Wir alle wissen, dass eine "richtige" Katze nun 'mal getigert ist. Da auch Züchter "richtige" Katzen züchten möchten, sind auch Rassekatzen zum Teil gestreift. Daher soll an dieser Stelle die Tabby-Zeichnung einer Katze erläutert werden. Es gibt insgesamt vier verschiedene Tabby-Muster (getigert, getupft, gestromt und getickt), die folgend skizziert sind:


Ticked-Tabby T(A) ist dominant gegenüber dem Mackerel T(M), welcher seinerseits dominant gegenüber dem Bloched-Tabby t(b) ist. Spotted-Tabby und Mackerel-Tabby sind genetisch gleich, der Unterschied liegt einzig darin, dass die Spotteds "aufgebrochene" Mackerel-Streifen sind.


Jede Katze trägt entweder homozygot (reinerbig) ein oder heterozygot (mischerbig) zwei Tabby-Gene. Ob eine Katze dieses Muster dann auch zeigt, entscheidet nicht das Tabby-Gen T, sondern das Agouti-Gen A. Daher ist es eigentlich auch nicht korrekt, wenn man sagt, Tabby sei dominant gegenüber Einfarbig. Es müsste eigentlich heißen Agouti A (dadurch wird das genetisch getragene Tabby-Muster gezeigt) ist dominant gegenüber Non-Agouti a (dadurch wird das genetisch getragene Tabby-Muster nicht gezeigt und die Katze ist "glatt", was soviel wie einfarbig heißen soll).


Wenn eine Katze Agouti trägt, dann zeigt sie es auch - und jedes einzelne Haar ist "gebändert", d. h. mit dunklen Streifen versehen.


Als letztes soll noch einmal eine Kombination des Agouti-Genes A mit dem reinerbigen Siam-Maskenfaktor c(s) gezeigt werden, die Farbe dieser Katzen nennt man dann Tabby-Points (mit der jeweiligen Grundfarbe oder Farbe der Rotserie davor).


Welches Muster ein Tabby-Point-Tier genetisch trägt (geticked, getigert, getupft oder gestromt), weiß man meist nie. Nur durch eventuelle Geisterzeichnung am Körper oder durch die Breite der Streifen am Schwanz und an den Beinen kann man es zum Teil erraten. Eine Ausnahme bilden natürlich die Snow-Bengal-Katzen, wie in 1.5.1 beschrieben. Sie sollen ja eine extreme "Geisterzeichnung" zeigen...


Die Bengalen besitzen aber noch eine weitere Besonderheit: sie gibt es nur in zwei unterschiedlichen Zeichnungs-Mustern: Spotted-Tabby und Marbled-Tabby. Das Marbled-Tabby ist genetisch gesehen ein Blotched-Tabby, allerdings ziemlich "ungeordnet" über den Körper verteilt. Auch die Spotteds sehen gegenüber den "normalen" Tupfen anders aus, sie sollen wie einzelnen Rosetten über den gesamten Körper verteilt sein.


Etwas muss ich an dieser Stelle noch erwähnen. Ein wildfarbener Abessinier ist genetisch völlig gleich zu einem Ticked-Tabby-Tier, das ja schöne Streifen an den Beinen, am Schwanz, auf der Brust usw. haben soll. Bei einem Aby (und bei einer Somali) ist dies natürlich nicht so, hier wurden durch jahrzehntelange Selektionszucht die Streifen herausgezüchtet...


Es ist auch so dass durch die jahrelange Zuchtarbeit nicht nur die Streifen heraus, sondern auch ein ganz warmer Farbton hineingezüchtet worden ist. Und das macht diese Rasse zu etwas ganz besonderem...
 
Dass das Ganze in Wahrheit sogar noch etwas komplexer ist, kann man im folgenden Buch erfahren:

 

Wer mehr über die Vererbungslehre wissen möchte, in dem über 300 Seiten dicken Buch "Rassekatzen - klasse Katzen", ISBN:  978-3-7357-7489-7 wird dies alles detailiert beschrieben.

 
Hier wird anschaulich die Genetik erklärt, ferner gibt es eine Übersicht und Beschreibung über sämtliche, derzeit anerkannten Katzenrassen, sowie eine Auflistung, mit welchen geplanten Züchtungen man in den nächsten Jahren rechnen kann. 
 
 
Außerdem geht 100% des Autorengewinns an den Katzenschutz der Katzenfreunde Norddeutschland e. V. - denn aktiver Katzenschutz und seriöse Katzenzucht schließen sich nicht gegenseitig aus!

Und hier kann man sich zeigen lassen, welche Jungtiere bei bestimmten Eltern geboren werden können (Genetischer Farbrechner).
Wählen Sie bitte dazu die entsprechenden Felder für die Eltern aus und warten Sie, bis die Berechnung beendet ist (solange unten "Berechnen" steht, ist noch NICHT fertig, da insgesamt 13.824 Möglichkeiten durch kalkuliert werden).