Nofretete`s Apollo Farbe: wildfarben/ruddy Aby-Variant geboren am 04.03.2002 gestorben zu früh - April 2008
Apollo - nach dem gleichnamigen Film benannt, den ich ein Tag zuvor gesehen hatte. Apollo, einer von 8 anderen Babys, die im Bettkasten schliefen und tranken. Ein Haufen verschiedener Brauntöne mit 3 Schwarzköpfen (Somalis) und drei ganz sandfarbenen (reinerbig kurzhaarig). Und so, wie jeder beim Neugeborenen auf das erste bewusste lächeln wartet, und die stolzen Eltern sehnsüchtig auf das erste gesagte „Mama" und „Papa" warten, so warten wir auf das erste Schnurren.
Wir mussten nicht lange warten - Apollo fing gleich am nächsten Tage damit an - und es verstummte bei ihm nur ganz selten.
Apollo schnurrte und schmuste als erster mit uns, einmal anfassen und er schnurrte, oft reichte auch nur einmal angucken aus - wie auch bei seinen Geschwistern -, er war so wild auf uns, das er beim Schnurren und schmusen nicht darauf achtete, ob ein Hindernis vor ihm war. So fiel er beinahe vom Bett, weil seine Augen auf uns gerichtet waren - voller Ungeduld, wann wir ihn zu uns rufen würden (das änderte sich auch im Alter nicht). Er kletterte an unseren Beinen hoch, und das nicht nur zur Fütterungszeit. Er sprang uns in die Arme, aber zuerst wurde man an-miaut, ein kurzer Blick von uns reichte vollkommen aus, was er als „Ja, Du kannst kommen" interpretierte, dann sprang er auch schon. Auch mit 8 Kilo Gewicht änderte es sich nicht. Nur beim späteren Besuch der Hebamme, sprang er ohne vorheriges Fragen. Sie roch wohl unwiderstehlich, und der tägliche Besuch war für uns Menschen eine höhere Herausforderung als unser "Schreibaby" A. J.
Ja, er war unser Liebling. Gemein, denn jedes Kitten hat - auch wenn immer verallgemeinert wird über die Charaktereigenschaften einer jeden Rasse -, das Recht auf Individualität und seiner eigenen Persönlichkeit.
So hatten wir eine selbstbewusste Bastet, eine sehr freche Black Velvet, Aurora und Baileys waren eher Mitläufer und fielen im ganzen "Rudel" nicht besonders auf - sie waren natürlich ebenalls verspielt und schmusig. Die Jungs waren immer zusammen auf einem Haufen, "Boyband" haben wir immer gesagt - und der Papa kuschelte immer mit.
Auf unserer ersten Ausstellung mit den Kleinen weinte einer am lautesten und versuchte, sich durch die Stäbe durchzubeißen. Ja genau, es war Apollo. Kaum draußen, schnurrte er und schlief auf dem Arm ein, die Geschwister fanden die Ausstellungssituation interessant, spielten miteiander und hatten scheinbar keine Anpassungsschwierigkeiten. Selbst die Besucher meinten schon: "Na, den da auf Ihrem Arm, den geben Sie doch nicht wieder her!". Da kam - WUMMS - der Gedanke, ihn zu behalten… Neben der unsterblichen Liebe und das Vetrauen, welches er uns bereits gegeben hatte, hatten wir ihn so tief ins Herz geschlossen, dass ein herausreißen mehr Schmerz bereiten würde, als wir es verkraften könnten. Zudem, so sagte es uns unser Verstand, hatten wir genug andere hübsche liebe Katzen zu vermitteln. Hübsche Katzen? Ja, denn obwohl Apollo für jeden Laien ein normales "Braun-Geticktes" Jungkätchzen war, so sahen wir, dass er gemäß Standard etwas aus der Reihe fiel, er hatte Streifen am Hals, einige Geschwister hatten dies auch, die verschwanden aber im ersten Lebensjahr - bei Apollo eben nicht... Na ja, ich kann gar nichts Schlechtes schreiben - außer dass er vom Charakter und auch vom Standard her auffiel. Wir belogen uns selbst, und entschieden dann: "Okay, wir behalten ihn!" Dass wir dann insgesamt drei behalten würden, hätte wohl keiner von uns gedacht.
Apollo hatte als erster die unbefristete Aufenthaltsgenehmigung erhalten, und obwohl wir uns für vernünftige Menschen halten, meinte wir erst letztens, dass wir, wenn wir es könnten, ihn klonen würden, tja, bei Liebe schaltet sich der Verstand aus...
Apollo und sein erstes Gewitter !! Was soll darin komisch sein ? Ja, für ihn war es der Grund zum Tierarzt zu gehen, der Wetterumschwung war zuviel für unseren sensiblen Kater. Apollo kannte nur Liebe und schnurrte jeden an, er putze Gesichter, Hände und alles, was menschlich war. Manchmal dachten wir, er würde sich für einen Menschen halten, jedoch schmuste er auch mit seinem Bruder und Papa.
Das war auch so typisch, man bleibt wohl ewig Kind, denn nachdem die Mütter ihre Kinder gewaltsam entwöhnt hatten, hat der Papa sich am Bauch treteln lassen - und der Papa wurde auch an-miaut, wenn seine Kinder mal wieder ausgiebig gewaschen werden müssten. Und Xantor tat es, bis der Tod sie schied.
Apollo hatte später einen Watschelgang und vertrug Milchprodukte nicht so gut, und so schnurrten wir alle durchs Leben. Anfang April 2008 war mein Mann auf einer Ausstellung, und ich eröffnete die Terassenzeit. Alles war normal, ich kämmte meine Katzen, denn auch Kurzhaarkatzen harren und freuen sich über eine Kämmaktion. Normalerweise bildet sich meistens eine Schlange, Apollo freute sich aber dieses Mal gar nicht auf das Kämmen und besonders hinten zuckte er zusammen. Ich hörte sofort auf, und wartete sein Verhalten ab, wer weiß, schlechte Laune, Insekt gefuttert, irgendwas - oder eben alles kann das bedeuten. Leider lag er dann nur noch, schnurrte aber sofort, wenn man ihn ansprach oder sein Köpfchen streichelte. Komisch. Auch am Sonntag war sein Verhalten ganz ungewöhnlich, er kam ja auch, aber er lag halt am liebsten. Am Montag konnte ich mich nicht auf die Arbeit konzentrieren, also früher Schluss und ab nach Hause, und da lag er noch genau dort, wo ich ihn am frühen morgen verabschiedet hab. Also rief ich Chris an, der erst an diesem Tag von der Ausstellung zurückgekommen war, er solle sich bitte beeilen. Natürlich kam er sofort, und wir gingen zum Tierarzt. Dort schnurrte er gleich los - typisch er schnurrte bestimmt zu 80 %, putzte zu 15 % und die restlichen verteilten sich auf Schlafen und Essen !
Nun ja, er wurde vom TA untersucht, denn offensichtlich war alles okay, und dann kam der Satz: „Er sieht nicht aus, als wäre es was Schlimmes". In diesem Satz baute ich soviel Hoffnung auf, und 12 Tage zuvor hatte dieser Tierarzt meine Moni in den ewigen Schlaf geholfen. Also Verstand einschalten: wie wahrscheinlich ist es, innerhalb von zwei Wochen zwei Katzen unterschiedlichen Alters zu verlieren? Also sehr gering, und ich hatte Mathe als Abi-Fach !!
Doch dann passierte es, während Chris unseren Sohn von der KiTa abholen musste, und mit einem guten Gefühl ging, überschlugen sich binnen 30 Minuten die Ereignisse.
Der Nierenwert war nicht mehr messbar - er hatte wohl große Schmerzen - und diese Diagnose nahm Apollo schnurrend war - außerdem kuschelte er auch bei der Blutabnahme mit der Arzthelferin und dann das. Dahin die Vernunft… Nun kommt nur noch Schmerz..
Er durfte gehen... Ich war allein mit ihm und ich weinte... Doch das wollte ich nicht - ich hatte zu dieser Zeit bereits 2 Tiere in den Übergang in dieandere Welt begleitet, und als letztes Gefühl wollte ich ihnen keinen Schmerz vermitteln, sondern eine entspannte Situation - soweit es ging.
Doch hier und jetzt... Nein... Ich konnte nicht, ich weinte unaufhörlich. Und was machte Apollo ? Er kuschelte sich noch näher an mich heran und leckte mir die Tränen weg... Er brauchte lange in den ewigen Schlaf und schnurrte und putze mich, auch als er bereits die Einschlaspritze erhalten hatte. Das konnte doch nicht wahr sein ! Ich wollte für ihn da sein, stark sein, und nun war er für mich da. Mein Mann kam mit Kind im Schlepptau an, er wusste ja noch nix. Es war und ist nach wievor noch immer sehr schwer… Du erinnerst mich an Liebe (von ICH und ICH): das ist mein Apollo-Lied. Immer wenn ich diesem Song höre, muss ich unweigerlich an Dich denken, emin süßer Apollo !
Die Jungs Xantor und Anatol suchten natürlich nach ihn, und ihr Band wurde noch enger.
Apollo war was ganz besonderes, und obwohl alle unsere Katzen einen Platz in meinem Herzen haben, sind es vorallem Apollo und auch Xantor, die am meisten Schmerzen verursachten. Sie gingen viel zu früh, meine Moni wurde 15 !!! Ich war auf das nicht vorbereitet, auf das frühe Ableben und den großen Schmerz… Apollo wurde nur 6 Jahre alt, das war viel, viel zu kurz, aber er und wir hatten 6 wunderschöne Jahre zusammen gehabt.
Erfahrungsbericht:
Jede Katze hat ein Recht auf Individualität - daher kommt hier nun unser ganz persönlicher Erfahrungsbericht über die Rasse Abessinier und deren Langhaarvarietät - der Somali - jeweils aus Sichtweise von Sandra und Chris.